Echo vom Pilatus

Hergiswil am See

  

 

Nasses und stürmisches Schwingfest

Das hend’s jetz wirklich nid verdiäned! Das 110. Verbandsfest des OW- und Nidwaldner Schwingerverbandes vom 10. und 11. Mai 2014 war eine nasse und zwischenzeitlich sehr windige Angelegenheit. Wemä-n-aber gseh hed,  we unentwägt Hand agleid wordä-n-isch, de verdiäned diä ganz Organisation es blanks Zähni.

Wer die Infrastruktur rund um den Sportplatz und die Oberstufenanlage Grossmatt Hergiswil kennt weiss, dass man zusätzlich benötigtes Material nid mid Lasteziig cha anächarrä. Traktore mit Ahänger, Ferderbänder und weitere Utensilien, aber auch kluge Überlegungen sind notwendig gewesen, damit der Fussballplatz keinen Schaden nahm. Und wohl am aller wichtigsten waren fleissige Hände gefragt. Schwinger wie Zuschauer erlebten trotz Wetterunbill einen ganz gefreuten Aufenthalt im Lopperdorf.

Der Jungschwingertag am Samstag konnte bei guten äusseren Bedingungen abgewickelt werden. Es zeigte sich, dass der Nationalsport auch beim Jungvolk einen grossen Stellenwert einnimmt, denn nicht weniger als 180 Buben massen sich in fairen Wettkämpfen und haben in drei Kategorien ihre Sieger erkoren. Längst kein Geheimnis mehr ist, dass es Frauenschwinget gibt, bei denen es ebenfalls richtig zur Sache geht.  Schwingermeitli waren auch in Hergiswil zugegen, leider aber nicht zum Wettkampf zugelassen. Sie konnten sich am Plauschschwingen vergnügen und Anschauungsunterricht geniessen.

Rägä, Rägätrepfli prasselten auf die Chepfli jener Besucher die am Sonntagmorgen auf der ungedeckten Tribüne platz genommen hatten und keine einladende Wirkung auf den Schwingfestbesuch hatten. Petrus hatte im Laufe des Vormittages, spätestens nach der Sonntagsstille,  doch ein Einsehen und wechselte die undichten Ventile der Regenschläuche aus, sodass Pelerinen, Schirme, Filzhüte und Schärmä spendende Bedeckungen zur Seite gelegt werden konnten. Er machte sogar dermassen gute Miene zum bösen Spiel, schickte Sonnenstrahlen, die für briätig warme Temperaturen sorgten und zum Schwingfestbesuch animierten. 2400 Personen sollen es gewesen sein.

Wer chund ächt i Schlussgang?
Isch’s dr Benji von Ah oder der Marcel Mathis? S’chennt de ai nu de Lutz Scheuber, dr Peter Imfäld oder der Stefan Gasser sey. Isch’s am Änd nu ä Solothurner-, Luzärner-, oder Uirnergascht? So hend’s g’werweised und sind de schliässlich mid denä Vermuetigä  gleych ä chley falsch glägä. Der Tagesverlaif hed de ganz ä anderi Schlussgangpaarig ergäh, denn der Martin Zimmermaa vo Ännetbirge und der Sarner Melk Britschgi  sind bi stremendem Rägä zu derä Änduismarchig aträttä. Nach neyn Minuitä isch de dr Sieger fescht gstande wo Martin Zimmermaa heisst und der Muni «Beno» hed derfä hei näh.
D’Popularitet vom Schwingä isch nach we vor ungebrochä und d’Sympathie derfir unwahrscheydlich. Wemä dänkt, dass dr Gabätämpel en Wärt vo uber Fr. 100′00.- gha hed, de darf dervo uisgangä wärdä, dass einä wo vier Gäng verlorä hed und nimmä i Uisstich chund immer nu ä Preys vo zirka Fr. 500.- uberchund. Sell einä sägä, dass sich vier Mal ubertrohlä nid dued lohnä.

Gehörfälliges  Unterhaltungsprogramm
Mit dem amtierenden Präsidenten der Schwingersektion Hergiswil war der Profi am Werk. Bereits der Samstag war mit Formationen bestückt die ganz feine Unterhaltung boten. So etwa das einheimische Schwyzerörgelitrio «Alpeblüemli», die Freiämter Alphornblowers und Brass mit Mass. Am Sonntag überbrachten die Pilatusmusikanten Blasmusiktöne, das Alphornquartett Sarnersee blies die Schlechtwetterwolken weg, drei Fahnenschwinger kämpften gegen die Tücken des Windes, die Ländlerkapelle Reichmuth/Matter war mit Ländlermuisigteen fürs Verkürzen der Mittagspause im Festzelt zuständig und das «Echo vom Pilatus» begleitete die Sonntagstille und wartete in der Arena mit Jodelvorträgen auf. Alles gfräiti Teen, cheibä gmiätlich und uwadlich scheen.

S’Schwingervolch isch roschtfrey und wasserdicht
Auch dieses Mal war der Regen wiederum Spielverderber und unwillkürlich kommen Erinnerungen ans «Innerschweizerische» von 1992 auf.  Schon damals erwies sich das Schwingervolk als verschworene Gemeinschaft. Ai wenn’s mid Chiblä schittet oder Chatzä  hagled, mä hocked und hared bis zum bitträ Ändi uis. Es zeigt äinisch mee, gäg Nessi und Chelti chamä sich aleggä und wenn’s warm wird chamä abziäh. Es äifachs Rezäpt wo verted. Und…isch dr Hosälupf verbey due me nu chley fäschtä…und ai das isch nach dem Kantonale nid z’churz cho.

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