Echo vom Pilatus

Hergiswil am See

  

 

61. Zentralschweizerisches Jodlerfest 24. - 26. Juni 2016 in Schüpfheim

Das war ächt Äntlibuech! Die unbeschwerten Tage, zwar etwas nass, hielten was versprochen worden war und gehen als erlebnisreiches, frohgelauntes und erfolgreiches Jodlerfest in die Verbandsannalen ein

Dass die Bewohner vom Biosphären-Reservat fäschtä chenid, haben sie verschiedentlich mit der Organisation von Grossanlässen bewiesen. Und dass sie mit Herzblut dabei sind stellten sie mit der Durchführung dieses Verbandsanlasses nach 1969 an gleicher Stelle und 1992 in Escholzmatt erneut unter Beweis. Für den gehabten Chrampf verdient die ganze Region ein grosses Kompliment und ein aufrichtiges Dankeschön für die grossherzige Gastfreundschaft.   

Mier hend kei Miäh, mier sind ai derbiä
Die Ereignisse von Sarnen waren bei der Evaluation über eine definitive Teilnahme im Vorfeld im Hinterkopf präsent. Sie ebbten aber im Laufe der Vorbereitungsphase ab und machten den Weg frei, sodass Schüpfheim 2016 ungehindert in Angriff genommen werden konnte. Wir entschieden uns erneut mit einem Naturjuiz von Remigi Blättler, dem »Schofeldjodel» vor die Jury zu treten und waren bemüht die Mankos vom Vorjahr auszumerzen, oder so zu verbessern, dass wir allenfalls mit einer Klasse eins liebäugeln durften. Dass es dafür eine sehr gute Gesamtleistung braucht war im Vornherein klar und mit der Devise: «Mier schaffid das» war die Marschrichtung vorgegeben.

Freitag, 24. Juni 21.46 Uhr; die Stunde der Wahrheit
Nach etlichen Trainingseinheiten, die mal gut oder weniger gut verliefen, im Bewusstsein aber, dass wir eine sehr gute Vorbereitung geniessen durften,  erwarteten wir den Tag X und reisten individuell nach Schüpfheim. Nach Anhören von einigen Wettvorträgen, unter anderen jenen von Alphörnler Franz Käslin und dem Duettvortrag von Gaby von Rotz - Manuela Barmettler,  fand um 20.15 Uhr der Zusammenzug im Moosmättili-Quartier statt. Im nahe gelegenen Schulhaus  absolvierten wir ein letztes Mal das Einsingprozedere, begaben uns anschliessend an die feuchtwarme Luft um abzuspannen und gönnten uns Zeit bis zum entscheidenden Moment. Um 21.30 Uhr nahm uns das Ansagerinnenduo im Wettlokal «Sporthalle Moosmättili» in Empfang und mit etwas Verspätung auf die Marschtabelle bezogen wir um ca. 21.56 Uhr Aufstellung auf der Bühne, gingen konzentriert ans Werk und nach ungefähr vier Minuten war unsere Darbietung vorbei. Die grosse Fragerei: Was hesch fir-n-es Gfihl? We hendr gsungä? Was meindsch, länged's firnes eis? usw. war nicht mehr wichtig, Hauptsache war, s'isch verbey und das lange Warten auf die Klassierung konnte beginnen. Das Fest konnte nun in vollen Zügen genossen werden.

Das Verdikt; Klasse Zwei
Am Sonntagmorgen, 26. Juni 2016 um 11.00 Uhr sind die Klassierungslisten erschienen und es tauchte nur die eine Frage auf; was hemmer? Wie erwähnt es Zwei! Und jetz? Was isch? We fühlt man sich? Enttäuscht, verbittered oder wiä? Es Zwei isch immer nu es Zwei, es mues ersungä wärde und isch gued. Ai amene Zwei chamä Fräid ha und dermit läbä. Wer das nid cha, mues es lehrä und wird friächer oder speter gmerkä, dass mitmachä vorem Rang chund. Und uber allem stahd doch d'Fräid am Singä und wenn diä nid wär, de wär eysi Wält so eed und läär. Drum gilt ai weyterhin: Es singe wem Gesang gegeben und s'nechschti Jodlerfäscht, seyg's 2017 z'Brig; 2018 in Schötz oder 2019 z'Horw, das chund bestimmt.

Festakt und Umzug
Eigentlich wär der Bsuech vom Fäschtakt amene Jodlerfäscht en ungschriebni Pflicht. Wemä aber durägmacht hed und eim der Schlaf ubermannt, de nitz mä so guet we neyd und lahd's de gscheyder la bleybä. Wer der Schlaf des Gerechten gmacht hed und drum ä chley speter midem Zug uf Schüpfheim cho isch, hed sich gedanklich a dä Ort hi begäh wo d'Fahnäubergab stattgfundä hed. Eysi Klubverträttig isch vor Ort gsi und hed zuegluegt und zueglost.
Der Umzug isch vo läbigem Bruichtum us der Äntlibuecher Region prägt gsi und mä hed d'Glägäheit gnutzt uf kommendi Jodleraläss hi-z'weysä.  Prächtigs Vee, scheeni Wägä, alti und neywi Traktorä hed mä chennä bestuinä und Choschtprobä vo heimische Produkt gniässä. Nach guet zwe Stundä hed mä nu eis gnu und speter ussä  d'Heireis aträttä.

Versöhnlicher Abschluss
Am Mändig, 27. Juni hemmer eys am Abig am siebni nu einisch im Glasi-Restaurant Adler igfundä  und im Derbiäsey vo gladnä Gescht und Familie-Angeherigä, das Fäscht nu einisch beleychted. Das Zämäsey bi feinem Ässä und guetem Wey isch underbroche worde vo sehr sympathische Wort dure Gmeindrat Alfonso Ventrone.  Mid etliche Liedli und Juiz  hemmer zum Uisdruck brungä, dass eys das Zwei d'Fräid am Singä nid gnu hed. Und drum bleybid mier derbiä. 

(Herzlicher Dank gebührt dem Gemeinderat Hergiswil, der in grosszügiger Weise die Kosten
vom Apero berappte. Danke viel Mal für diese Wertschätzung).

 

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