Echo vom Pilatus

Hergiswil am See

  

 

100. Delegiertenversammlung des EJV in Wauwil

Obwohl der eidg. Jodlerverband 1910 gegründet worden ist und seinen 100. Geburtstag im Mai 2010 mit Unterverbandstagen und am 8. Mai mit einem Event in der Berner Postfinance-Arena gefeiert hat, tagte das Jodlerparlament zum 100. Male erst vier Jahre später im luzernischen Wauwil am vergangenen Samstag, 8. März 2014. Paul Bürgi bekam das Stuker-Legat verliehen, während Walter Stadelmann Bannwil, Marie-Theres von Gunten Beatenberg, Hansjörg Sommer Oensingen, und Edwin Meister Kölliken, Aufnahme in die Garde der EJV-Ehrenmitglieder fanden.

Trotz frühlingshaftem Bilderbuchwetter pilgerten 607 Personen (358 Stimmberechtigte) ins Luzerner Mittelland um mit Informationen rund um den Jodlerverband eingedeckt zu werden. Dieses friedliche Mitenand und gefreute Zämäsey erlebte mit dem Gesamtchor «Alpmorge» zu Tagungsbeginn einen ersten Höhepunkt. Schneidig, souverän, zackig und wortgewaltig wickelte Karin Niederberger den Traktandenmarathon ab, der von Grussbotschaften zwischenzeitlichen Unterbruch erfuhr. Politische  Grössen waren unter der Gästeschar auszumachen, die mit Interesse die Verhandlungen verfolgten.

Frauenpower
Wer d’Karin kennt, weiss um ihre Künste des Motivierens und merkt bald, dass da eine geballte Ladung Energie vorhanden ist, die sie mit Überzeugung  und ihrer Ausstrahlung kund tut. Höchstpersönlich begrüsste sie vor Versammlungsbeginn fast jeden/jede mit Händedruck und wünschte eine gute Tagung und angenehmen Aufenthalt. Mit läärä Händ chund sie niä; ihr neuester «Gag» Bündner Röteli, ein Likör.
Ganz sympathisch auch die Präsidentin des Luzerner Grossen Rates, Irene Keller, Vitznau. In ihren Voten rief sie den Versammelten zu: Mit Ihrem Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen betreiben Sie nicht nur Kulturförderung auf höchster Ebene, sie sorgen für den Erhalt von traditionellen Werten und nehmen Identitätswahrung vor. Bedenken und vergessen Sie nicht: Die Schweiz braucht sie!! (Die höchste Luzernerin 2014 ist die Enkelin von Alfred Leonz Gassmann und machte als Nachfahrin ihres berühmten Grossvaters alle Ehre.)

Keine schwarzen Zahlen
2013 war für den EJV keine Rendite, ganz im Gegenteil. Bei einem Eigenkapital von Fr. 105′500.- schaute eine Defizit von Fr. 11′500.- heraus. Gar dunkelrote Zahlen weist, das Budget für das laufende Jahr auf. Trotz eines erwarteten Zustupfs vom Jodlerfest Davos, wird ein Finanzbedarf  in fünfstelliger Höhe erwartet. Die Folge davon ist, dass die Abgaben der Unterverbände an den EJV, wie an der DV 2013 in Saas Fee angekündigt, angepasst werden müssen.  Dem Antrag ist man bei einem  Gegenmehr von zwei Stimmen einhellig gefolgt. So sind ab 2015 folgende Abgaben zu entrichten: Jodlergruppen Fr. 150.-, Alphorn- resp. Büchelgruppen: Fr. 35.- und Einzelmitglieder Fr. 12.-.

Jodlerzeytig- die Patientin
Ai s’Verbandsblatt chränkeled. Obwohl 15114 Personen jeden Dienstag ihr «Leibblatt» im Briefkasten vorfinden, so täuscht dies nicht darüber hinweg, dass jährlich zirka 400 bis 500 Abos nicht mehr erneuert werden. Ins Gewicht fallen auch die rückläufigen Inserate-Einnahmen die mit ca. Fr. 100′000.- zu Buche stehen und eine schöne Stange Geld (Fr. 65′000.-) muss für den Versand aufgewendet werden. Als kleiner Hoffnungsschimmer darf die Werbekampagne gewertet werden, die einen Gewinn von Fr. 18′000.- abwarf. Inwieweit die Geschenkabos erneuert  werden, wird die Zukunft zeigen.

Davos isch parat
Der Landammann des Landwassertales und Jodlerfest-OK-Präsident vom 29. Eidg.  Jodlerfest, Tarzisius Caviezel, präsentierte das Festprogramm rund um den Zauberberg. Die höchstgelegene Alpenstadt wird zum Jodlermekka und bietet dem Besucher alles das was den kommenden Anlass unvergesslich werden lässt. Ein Highlight allein sei schon die Anreise ab Landquart mit der RhB wo der langsamste Schnellzug der Welt in Stosszeiten im Viertelstundentakt verkehren wird. Eine inständige Bitte seitens OKP erging an die Bernerklubs, sich diesen Abstecher ins Bündnerland nicht entgehen zu lassen.

Jodlu isch gsund und dü bliibsch fit
Nach 1987 wird Brig erneut Jodlerfeststadt. Der designierte OK-Präsident alt Nationalrat Roberto Schmidt, wandte sich sehr träf an die Versammelten und bemerkte, dass das Wallis neben gutem Fendant auch unterkunftsmässig  brillieren könne, denn es stünden etliche Zweitwohnungen zum mieten bereit. Den beiden Trägervereinen Ahori Brig/Glis und Zer Tafernu Ried/Brig wird die Durchführung des 30. Eidg. Jodlerfestes 2017 übertragen. Der Aufforderung: «Jodlet mit isch im Wallis» sollte man nachkommen, denn diä machid das sicher hüere güet.

Neues Finanzierungskonzept
Hektor Herzig von der Firma Herzka,  referierte über Freiwilligenarbeit und deren Folgen. Wie bereits erwähnt, darbt der Verband neben Geld an ehrenamtlichen Kräften. Man weiss es längst, dass letzteres nicht gefragt ist. Mit dem Zitat: Bete nicht die Asche an, trage das Feuer weiter, votierte der Redner sehr engagiert was zu tun ist und wie’s weiter gehen soll. Erwähnenswert auch, dass der EJV-Vorstand über ein Volumen von 300 Stellenprozenten verfügt, das er ehrenamtlich und zu «Trinkgeld-Konditionen» ausübt. Kommt dazu, dass die ZV-Mitglieder mit dem Verzicht von Spesenentschädigungen auch einen Schritt zur finanziellen Gesundung beitragen. Chapeau für diese edle Tat!!
Zur nächsten Tagung trifft man sich am 7. März 2015 in Langnau im Emmental. Mit Fredy Wallimann’s «Geburtstagsjuiz» klang diese 100. Tagung aus. Es folgte ein stündiges Jubiläumskonzert von Sämi Studer moderiert ehe der Apero genossen werden durfte und das Bankett serviert worden ist.

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