Die erste Mitgliederversammlung am 7. Februar 2026 verlief zügig und die reichhaltige Traktandenliste erfuhr weitgehend diskussionslose Genehmigung. Der Schwyzer Patrick Roth übernimmt neu das Präsidium, Daniela Bieri aus Kriens, verwaltet die Finanzen und Samanta Achermann versieht das Amt der Sekretärin. Herausfordernd bleibt hingegen die Vergabe von Jodlerfesten. Die Tagung erlebte in Ivo Steiner eine ausgezeichnete Führung.
Nach musikalischemn Auftakt durch die Alphorngruppe «Frauenschüehli» aus Morgarten mit Fahnenschwinger-Begleitung und dem Darbieten vom «Geburtstagsjuiz» im Gesamtchor, eröffnete Vizepräsident Ivo Steiner die Versammlung im Tischmacherhof Galgenen. Er begrüsste 479 stimmberechtigte Verbandsmitglieder sowie Gäste aus dem Zentralvorstand, weiteren Unterverbänden und politische Grössen. Insgesamt verfolgten rund 550 Personen die Tagung.
Präsidialer Rückblick
In seinem ausführlichen Jahresbericht (abrufbar auf www.zsjv.ch) blickte der Vorsitzende auf ein bewegtes Vereinsjahr zurück. Die ordentlichen Verbandsgeschäfte – insbesondere Kurswesen, Nachwuchsförderung und Administration – verlangten erneut einen erheblichen zeitlichen Einsatz. Zusätzlichen Effort erforderten gemäss Pflichtenheft die Neubesetzung der Vorstandsvakanzen sowie Planung, Organisation und Durchführung verschiedener Tagungen und Anlässe. Höhepunkt des Jahres 2025 war zweifellos das 66. Zentralschweizerische Jodlerfest in Menznau.
Robert Fellmann Stiftung und Mitgliederbewegung
Stiftungsratspräsident Richard Huwiler berichtete sichtlich erfreut und stolz, dass sich der gleichnamige Liederverlag inzwischen zum grössten seiner Art in der Schweiz entwickelt hat. Die Nachfrage war im Jahr 2025 erneut hoch, denn 876 Bestellungen wurden bearbeitet, was die anhaltende Bedeutung von Fellmanns Werk eindrucksvoll unterstreicht. Besonders grosszügig zeigt sich die Stiftung im Gedenkjahr zum 75. Todestag von Robert Fellmann. Alle Mitwirkenden des EJV-Jodlerfestes in Basel, die eine Fellmann-Komposition vortragen, erhalten die entsprechenden Partituren kostenlos – ein schönes Zeichen der Wertschätzung gegenüber allen, die sein musikalisches Erbe weitertragen.
Mitgliederadministrator Alfons Birbaum informierte, dass der Mitgliederbestand stabil geblieben ist. Per Ende November 2025 zählte der ZSJV 3’786 Personen, was ein starkes Fundament für die Zukunft bedeutet.
Grossartiges Jodlerfest in Menznau
Am letzten Juni-Wochenende 2025 wurde Menznau zum Herzstück des Luzerner Hinterlandes erkoren. 2100 Aktive und rund 70'000 Besucherinnen und Besucher feierten gemeinsam das 66. Zentralschweizer Jodlerfest. Der Jodlerklub «Bergfriede» und der Turnverein KTV Menznau führten den Grossanlass mit einer beeindruckenden Kraft durch, die sich auf die Bevölkerung und die unzähligen Vereine aus der Region übertrug. Mehr als 1000 Helferinnen und Helfer schenkten dem Fest ihre Zeit und ihre Identität. Was besonders berührte, war die Wärme, Hingabe und Herzlichkeit der Dorfgemeinschaft. Jede und jeder – ob auf der Bühne oder im Publikum – fühlte sich in Menznau wie zu Hause. Das Motto «zäme met Freud debi» war echte, gelebte Realität.
Finanzen und Wahlen
Silvia Hafner präsentierte eine solide Verbandsrechnung, die wiederum mit Mehreinnahmen zu Buche steht. Das Budget für 2026 sieht einen kleinen Verlust vor. Der eingereichte Antrag, den Mitgliederbeitrag von 58 auf 50 Franken zu senken erfuhr klare Ablehnung
Die präsidentenlose Zeit des ZSJV ist Geschichte, denn Patrick Roth, aus Schwyz übernimmt das Präsidium. Neue Kassiererin wird Daniela Bieri, Kriens und das Sekretariat übernimmt Samanta Achermann aus Bürglen/UR. Weiterhin gesucht wird eine Person für die Unterverbandsberichterstattung des ZSJV.
1. Eidg. Jugendjodlerfest in Grindelwald vom 11. - 13. September 2026
Spitzenmässige Konturen weist der bevorstehende Event Im Berner Oberland auf. Schon der sehr professionelle Videoclip war ein ausgezeichneter HIngucker und macht Lust hinzughen. Das arbeitsfreudige Organisationskomitee unter Heidi Schlunegger hat vorzügliche Arbeit geleistet und besticht mit solventer Festvorbereitung, sodass der Aufenthalt in Grindelwald für Teilnehmer und Besucher zur bleibenden Erinnerung wird.
Organisationsflaute für Jodlerfeste?
Man glaubt es kaum und doch ist’s wahr, es gid keis ZSJV-Jodlerfäscht s’nechschti Jahr. Weil für 2027 keine Bewerbung vorliegt, plant der ZSJV-Vorstand einen Qualifikationsanlass Mitte September in Bellinzona. Für eine allfällige Durchführung des Jodlerfestes 2028 hegt eine kleine Gemeinde im Kanton Zug Übernahmegelüste. Aus taktischen Gründen wurde der eventuelle Austragungsort nicht publik gemacht.
Anmerkung: urkomisch isch, dass friächer mehreri Bewärbigä fir Jodlerfäscht vorglägä sind, und hit scheynds dass niämer mee sones Fäscht organisiärä will. Zeyterscheynig? Ubersätigung vo Aläss? Nur nu Konsumgsellschaft? Mä wird gseh, was d’Zuekunft bringt.
Wesentlich besser sieht es für die Durchführung der Mitgliederversammlung 2027 aus. Am 30. Januar im kommenden Jahr zeichnet der Jodlerklub «Burgfründe» Rothenburg für deren Organisation und Durchführung verantwortlich.
32. Eidg. Jodlerfest Basel, 26. – 28. Juni 2026
Thomas von Arx, OK-Vizepräsident vom «Eidgenössischen» in der Stadt am Rheinknie informierte über den Stand der letzten Vorbereitungsarbeiten. Seinen Äusserungen zufolge ist man auf Kurs und erwartet ein Fest der Superlative. Typisch baslerisch hob er mit: «d’Wält tued broodle mier tien joodle» das Motto einer Clique hervor und fügte an: «Wir freuen uns sehr auf euch»!
Politische Grussbotschaften
Der Schwyzer Landammann und Bildungsdirektor, Michael Stähli, überbrachte die Grüsse der Regierung und wandte sich sehr sympathisch an die Delegierten. Gemeinderat Reto Jegher stellte die Tagungsgemeinde vor und gab der Freude Ausdruck, dass die ZSJV-Familie Galgenen als Tagungsort die Ehre erweise.
Auch Schübelbachs Gemeindepräsident Othmar Büeler war angetan von der prächtigen Kulisse und grüsste namens der Nachbargemeinde.
Den Rede-Reigen schloss in gekonnter Manier «eysi Karin», Präsidentin vom Eidgenössischen Jodlerverband, die erfahrungsgemäss mit einer flammenden Ansprache aufwartete. Gewählte Worte richtete sie an die Delegierten und bedankte sich beim Vorstand für sein unermüdliches Schaffen. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte sie «Basler Läggerli», als Symbol des Dankes und erspriesslicher Zusammenarbeit.
Neue Jurierung ab 2027 und Turnus der Durchführungsorte für Jodlerfeste
Peter Summermatter, als Vertreter der Arbeitsgruppe (mit: Kathrin Henkel NWSJV, Michi Jud NOSJV, Stefan Schüpbach BKJV. Yvonne Fendt - Bruder ZSJV und der Genannte) erläuterte diese komplexe Thematik. Seinen Äusserungen ist zu entnehmen, dass Klassierungen und Prädikate abgeschafft und ein neues Bewertungssystem eingeführt werden sollen. Die Auftretenden erhalten ihre detaillierte Bewertung inklusive Punktzahl und den Notizen der Jury auf den Partituren nur noch persönlich. Fazit des Vorhabens: Die Digitalisierung muss für die Sparte Jodeln umgesetzt werden, weil sie Qualitätssteigerung bedeutet und die Jurymitglieder entlastet. Die Konsultativabstimmung sendete positive Signale für die Digitalisierung aus. Klassierungen und Prädikate sollten beibehalten werden.
Bezüglich Durchführungsorte für Jodlerfeste innerhalb seines Verbandsgebietes, beabsichtigt der ZSJV-Vorstand ab 2030 einen Turnus einzuführen. Dieses Ansinnen ergab eine ablehnende Haltung.
Gody Studer Juror-Pensionär und Silvia Hafner neues ZSJV-Ehrenmitglied
Sage und schreibe während 40 Jahren hat Gody Studer an 66 Jodlerfesten juriert. Nach seiner «Jurorendernière» am letztjährigen NOSJV-Jodlerfest in Altstätten/SG, geniesst er nun die Jurorenpension. Für diese ausserordentliche Leistung durfte er Ehrung, Anerkennung und Standing Ovation erfahren. Juror René Gassmann hat ebenfalls seinen Rücktritt eingereicht. Auch ihm sind Dank und Präsent zuteilgeworden.
Grosser Moment für Silvia Hafner. Nach 15 intensiven Jahren als Finanzverantwortliche im ZSJV-Vorstand, tritt sie von der Bühne ab. Auf vortreffliche Weise würdigte Josef Iten, Hafners reichen Verdienste. Ob Verbands-Vertreterin in Jodlerfest- und Delegiertenversammlungs-OK’s, Sekretärin und Protokollschreiberin, sowie Koordinatorin für «Lebendig-Beiträge». Ihr war nichts zu viel, denn die geforderten Aufgaben erledigte Silvia sehr pflichtbewusst, mit Herzblut und grosser Hingabe. Sichtlich gerührt nahm die Geehrte die wohlverdiente Ehrenmitgliedschaft des Verbandes entgegennehmen.
Nach Apérogenüssen und feinem Bankettessen folgten die Gruppen- und Veteranenehrungen, die sich in würdigem Rahmen abwickelten. Das unterhaltsame Programm lud zum Verweilen ein.