October 9, 2011 – 8:49 pm
Das Reisen war vom 7. - 9. Oktober dieses Jahres der Hergiswiler Jodler Lust vor allem darum, weil sie sich in einem geräumigen Gefährt (sprich Bus) platzieren konnten, das sie von Peter Steuri, in Diensten der Firma Koch Giswil stehend, für drei Tage ins wärmere aber windige Südtirol brachte, wo sie ganz ungezwungene Stunden verbringen durften. Klubschreiber Willy Rohner und seine Gattin Marietta haben drei unvergessliche Tage organisiert, die den Teilnehmern in bester Erinnernung bleiben werden. Giuliemo e Marietta tante grazie per il vostro lavoro che voi avete fatto per questo viaggio e per tutti persone del Jodlerklub Echo vom Pilatus.
Nach herrlichen Spätsommertagen hätten wir Jodler natürlich nur allzu gerne derä Prachtswätter zum reisä gha, aber äbä, diä Leyt mid ihrnä Wättervorherlügen hend’s tatsächlich preicht, de uber Nacht hed’s nämlich chreftig g’s…schittet und so sind d’Erwartige unerfüllt bliebä. (Derfir hemmer Sunne-n-im Härz gha.) Reiseleiter Willy hatte ein minutiöses Timing erarbeitet, sodass der Car, genau um 07.00 Uhr dieses Freitagmorgens 7. Oktober 2011, nachdem in Sarnen, Kerns, Ennetmoos, Stans und Stansstad, bereits Teilnehmer zugestiegen waren, beim Hotel Pilatus Hergiswil den vorletzten Zwischenhalt machte wo sechs Personen einstiegen und die Fahrt an den Obermattweg 3 fortsetzte, wo der Rest der 34 köpfigen Gesellschaft im Innern des Cars Platz nahm. Die grosse Reise begann nun und nahm einen optimalen Verlauf, zumal die Cityring Baustelle ungehindert passiert werden konnte und auch der Hirzel nicht zur Geduldsprobe wurde. In flottem Tempo gings dem rechten Zürichseeufer entlang Richtung Raststätte Glarnerland-Abzweigung Sargans-Richtung Feldkirch. Wie es sich für «Reisende der gehobenen Klasse» (mä hed sich mindestens eso derfä fühle) geziemt, fehlte es an «geschultem Personal» und Sponsoren für diese Gästekategorie ebenfalls nicht. Susanne Tobler entpuppte sich als versierte Hostess, liess ihre ganze Klasse aufblitzen und servierte ganz gekonnt den von Bärti Schwegler zubereiteten Kaffee. Marietta Rohner verabreichte Gipfeli und Servietten  und zu guter Letzt war es Vreni Schwegler, die das dazugehörende Schoggelädli offererierte. (Mä hed g’läbt we Schmarotzer). In der Raststätte Rheintal legten wir einen Kaffeehalt ein und verschafften den Rauchern die Gelegenheit ein Lungäbrötli zu genehmigen. Nach der Zollabfertigung in Feldkirch/Tisis erreichten wir um die Mittagszeit Mils/Schönwies, wo in der Raststätte Trofana der gedeckte Tisch auf uns wartete.  Doch das Menü «musste erarbeitet» werden. Also standen wir «zmitzt im Chueche-n-inne» zämä und lieferten eine Kostprobe unseres Könnens, was viele Schaulustige anlockte, die unseren singenden Willkommgruss auf Tirolerboden schätzten, mit Applaus bedachten und ihn fotografisch festhielten. In der «Patznaun’r Stuba» durften wir uns alsdann mit einem Dreigänger stärken. Die Zeit bim Zämäsitze und plederle verstrich im Nu und gegen 14.30 Uhr war Weiterfahren Richtung Innsbruck- Brennerpass angesagt. Hochinteressant was sich auf dieser sehr gut ausgebauten«Rennstrecke» abspielt und we da gfräsed wird. Dies machte unserem Chauffeur überhaupt keinen Eindruck, denn mit jedem Meter kamen wir unserem Zwischenhalt Sterzing näher. Dort war Gelegenheit geboten, sich in der Fussgängerzone d’Bei z’vertrampe, es Käfili z’gniesse und Mini-Einkäufe zu tätigen. Um 16.30 Uhr erfolgte die Weiterfahrt nach Leifers/Laives, unserem Reiseziel. Im Hotel Steiner, einem Dreisternehaus an der J.F. Kennedystrasse 23, erfolgte nach Goferefassä der Zimmerbezug. (Das Haupthaus umfasst 42 Zimmer, 15 Zimmer stehen im Gästehaus Karl bereit, 32 Personen finden Beschäftigung und 200 Camper Standplätze plus etliche kleine «Luschthuisli» können gemietet werden. Ein Freiluft- und ein Hallenbad stehen ebenfalls zur Verfügung. Das Hotel ist Eigentum der Familie Pfeifer, die dieses Imperium in dritter Generation führt.
Die lange Nacht beginnt
Um 19.30 Uhr war Nachtessen angesagt, wo der Magenfahrplan ein Intensivstudium erfuhr. Als Tischgebet erklang «Dr Matterbedeler» und «Bärgkristall». Und dernah…ja dann begann der Verzehr der heissgeliebten «Tennisballä», Knödel genannt. Der Absatz hielt aber sehr in Grenzen, denn die grosse Mehrheit der servierten Pfifferlingknödel an Pilzsauce abgeschmelzt sind den Rückweg in die Küche gegangen, sehr zur Enttäuschung vom Koch. (Mä hed me ab- weder uiftisched.) Dafür schlug man beim Salatbuffet zu. Wohlgenährt konnte nun das gemütliche Zämäsey gepflegt werden. Im Verlaufe des Abends gab’s scheyns etliche Showtalente zu bewundern, allen voran Waser Paul, der die Versammelten bei bester Laune hielt. Es soll laut Insiderkreisen Halbi…gewesen sein, als man sich nach Gratisbier zur Ruhe legte.
Zitat des Tages: S’hed de nu Raucher dainne s’susch gid das en inneri Urueh.
Stadtführung in Bozen
Nach gut durchschlafner Nacht war das Duschen so eine Sache, denn die Platzverhältnisse waren sehr eng. Nach dem Verrichten der Morgentoilette gab’s Zmorge und nach guter Stärkung verschob sich die Reisegesellschaft per Car in die Südtiroler Hauptstadt. Unter kundiger Führung von Stefan Renzler genossen wir eine interessante Führung die im Dom nach stündiger Dauer zu Ende ging. Diesen sakralen Raum benutzten wir um die Sonntagsmesse vorzuziehen und liessen «Herrgott mier stahnd vor Dier» und den «Bätruef-Juiz» erklingen. Ganz erhaben und feyrlich hed’s teend. Ufem Walther-Platz hemmer die warmi Herbscht-Sunne gnosse, es Kaffee trunke, dr «Aelggi» und «Bärgarve» gsunge und…fiäberhaft es öffentlichs WC gsuecht, bis die eingeleitete Suche i der nechschte Beiz von Erfolg gekrönt war.  Um die Mittagsstunde fuhr die jodelnde Reisegruppe an den Kalterersee um im Hotel Seegarten, in Eppan zu dinieren.  Nach Fotoshooting statteten wir der Distillerie Walcher einen Besuch ab, wo uns Theodor Walcher den von seinem Vater gegründeten Betrieb, wo acht Mitarbeiter beschäftigt sind und 500′000 Liter produziert werden näher brachte. Die doch etwas langatmige Präsentation mündete in eine viel kürzere Degustation der firmen-eigenen Grappa-Spezialitäten. Nach einer Zusatzschlaufe, will mier susch z’friäh im Schlosshotel Zinnenberg gsi wärid, simmer vor einbrechender Dunkelheit in St. Pauls uisgstiege und hend eys is Café Mondschein zruggzoge. Die genannte Verpflegungsstation konnten wir mit unserem Car nicht erreichen, sodass uns drei Kleinbusse hochfahren mussten. Der Gwölbkeller war fein säuberlich hergerichtet, dass alle am langen Tisch hättid sellä chennä sitzä, doch ganz unvorhergesehen und kurzfristig herrschte Platzmangel. Selbst ist der Mann sagte sich Willy und sorgte eigenhändig, dass die benötigten Sitzplätze zur Verfügung standen. S’Ässä isch en Uberraschig gsi, hed aber g’mundet und alli hend gnueg ubercho. Midem Dessert isch’s e sone Sach gsi, das hed me etappeweys g’servierd. Zerscht hed’s Bauernkrapfen und Epfuchiächli gäh. (Gwissni Leyt hend uwadlich zuegschlage, ganz nachem Motto: liäber einä gnueg als alli z’wenig…dernah Marroni und zu gueter Letscht..churz vorem Heigah.. sind’s nu midem Edelbrand uifgfahre.) Im Hotäl hed me de nu der Schlummetrunk gnähmiged und isch de friächer als am Vorabig go liggä. (Weitere Auskünfte sind im Internet abrufbar.)
Zitat des Tages: Ich ha d’Pfeyffä ufem Tisch und keinä gmerkt’s.
«Hamsterkauf»?
Im Zeitalter der Sparlampen kommen solche mit dem Silberdraht aus der Mode…meinti mä. Roger ist da anderer Meinung, denn er begab sich in ein Elektrogeschäft und kaufte einen Restposten auf. Gar nid schlächt…uf diä eint Seytä hesch guet kalkuliärd und Spesä  gspart. Anderseyts mues me sich frage: Brennid Lampebirä usem Südtirol lenger oder machid d’Reym heller? Spielt kei Rollä, brennä mend’s und das dend’s.
Gemütliche Heimfahrt am Sonntag
Erwartungsgemäss kam für uns der Abreisetag, sodass neben den obligaten Pflichten das Koffern packen dazu gehörte.  Gesittet, wie es sich für Reisende der Mittelklasse gehört, brachten alle ihr Gepäck zum Sammelplatz, wo Chefspetter Alois Würsch die Ferienutensilien im Carunterbau verstaute. Um 09.05 MEZ heulte der Motor auf. Peter Steuri lenkte sein Gefährt ganz behutsam hindersi und brachte es in Fahrtrichtung Nord. Erstes Ziel der rollenden Planung waren die Gärten vom Schloss Trauttmannsdorf in Meran, das Eldorado vo griänä Dümä. Während sich die einen im Latein übten, zogen es andere vor die Rundsicht zu geniessen oder es bitzili z’sünnele. Um die Mittagszeit liessen wir uns nach zügiger Fahrt durch den Vintschgau nach Müstair bringen, wo wir um 13. 20 Uhr im Hotel Münsterhof von jener Beilage die wir die letzten zwei Tage vermissten, soviel mit Heisshunger essen konnten, bis wir teig waren. Infolge schneebeckter Fahrbahn erfolgte die Heimfahrt nicht über den Ofenpass. Das Duo Steuri/Rohner fand die Rückfahrt durchs Vintschgau über Landeck sinnvoller und so näherten wir uns na-dis-na dem Arlbergtunnel und kamen unserem Ausgangspunkt je länger je näher. Ohne «Zollverzuislete», wo Schnaps- und Likörspürer ihres Amtes walten, konnten wir ungehindert Schaanwald passieren und stiegen für einen Kaffeehalt in der Raststätte Rheintal ein letztes Mal für einen Boxerstopp aus. Leicht verspätet dafür aber wohlbehalten und bestückt mit vielen lustigen Episoden und Eindrücken erreichten wir eppis na de Achtä am Abig s’Dorf am Pilatus.
Zitat des Tages: Da hed’s mee wyssi Dächer, weder Bänker midere wysse Weschte.
Specktransport verlief glimpflich
Der vo Rotz Sepp hed Karreespäck g’chaift und dä, dass är de scheen g’chiält bleybt, im Car-Chiälschrank deponiert. Doch oha lätz. Bim Uissteygä, wo der Chauffeur mehrmals gseid hed, vergässid neyd, isch’s dr Sepp gsi vo nimmä a sey Späck dänkt hed und dä a dr Chiäli liggä glah hed. Bi dr Aitobahnifahrt Sarnä Süd hed är dr Car chennä ahaltä und sey Späck usem Chiäler nä. Das hed mä de halt weme nid a alles dänkt.
Mier dankid
Es Reisli hemmer duregfiährd
dr Willy hed sie uisgstudiärd
hend g’ässä, g’lached und viel gsungä
diä Reis isch scheen gsi und ai glungä.
Drum nämmer d’Glägäheit jetz wahr
mier dankid im Schofför vom Car
ganz bsunders ai i s’Willy’s Frai
de d’Marietta verdiänd das ai.
und ganz zum Schluss jetz nur nu eis
mier dankid Eych Zwäi fir diä Reis!
Posted in Echo vom Pilatus | No Comments »