April 1, 2012 – 3:04 am
Vorweg genommen, der positive Eindruck überwiegt! Das 16 Personen umfassende «Echo vom Pilatus» gab sich keine Blösse und rief, wenn auch personell etwas unterdotiert, eine gesanglich überraschend gute Leistung ab. Der Chor in etwas anderer Besetzung hat sich redlich bemüht sein Bestes zu geben und verdient dafür Respekt und Achtung für das Dargebotene.
Zugegeben, es war kein leichtes Unterfangen mit dem sich die Aktivsänger auseiander zu setzen hatten, denn Leistungsträger sind zurückgetreten oder konnten abwesenheitshalber nicht dabei sein. Dies bedeutete für die Übrigen Mehraufwand zu leisten, Eigenverantwortung zu übernehmen und die eigene Leistung zu optimieren. Und diese Herausforderung haben sie bravourös bewältigt.
Zeitintensive Proben
Hinter den zwei Frauen und 14 Männern liegt eine intensive Probephase, wo es galt  «E Jodler», «Bärgwanderig» und «Bärgandacht» aber auch drei Juiz salonfähig einzustudieren. Dirigent Franz liess seiner Sängerschar die erforderlichen Trainingseinheiten angedeihen und legte besonderen Wert auf Atemstütze, Dynamik und Aussprache, was er ihnen fortan jeden Mittwochabend eintrichterte. Verständlich, dass sich «Feierabendsänger» nach strengem Tagwerk damit etwas schwerer taten und ihre liebe Mühe hatten, dafür aber das nötige Verständnis zeigten und das Geforderte geduldig erbrachten.
Der Countdown beginnt
Am vergangenen Freitagabend, 30. März 2012, war um 18.30 Uhr Einrichten vom Loppersaal und vom Foyer angesagt. Mit anderen Worten sind Tische und Stühle positioniert und mit feuchtem Lappen abgewaschen worden. Unverzüglich rückte das Dekorteam an und verpasste mit Tischset, Besteck und Gläsern samt Primelistöckli, für ein festliches und farbenfrohes Ambiente. We s’Bisiwätter hend’s gschaffed, s’isch ä wahri Fräid gsi zue z’luege. Um 21.00 Uhr war Bühnenprobe angesagt, wo das Konzertprogramm über die Lautsprecheranlage erklang. Härdepfustock und Gschnätzled’s war der verdiente Lohn für die gute Parforce-Leistung.
Der entscheidende Samstagabend
Nach Stunden vo Zrugglähnä und vielleicht vorschlafä kamen die Stunden der Bewährung immer näher und die Anspannung stieg stetig. Jede und jeder war versucht die ganze Sache locker anzugehen, obwohl sich im Unterbewusstsein höherer Pulsschlag bemerkbar machte. Mit dem Eintreffen der ersten Gäste um 16.30 Uhr verflog aber die «erhöhte Alarmbereitschaft», machte einer gewissen Lockerheit platz und mä hed’s gnu we’s chund. Während sich die Gästeschar allmählich in den Festsaal begab um ganz gepflegt zu essen, verschob sich die Hergiswiler Sängerschar ins Musikzimmer zum dreiviertelstündigen Einsingen. Eine gute Stunde vor Konzertbeginn mischte man sich wieder unter’s Volch und erwartete was kommen wird. Um 19.50 Uhr zog man sich nochmals zum kurzen Einsingen zurück und um 20.00 Uhr, nach dem Verklingen der letzten Ländlermuisigteen der Kapelle Wallimann-Gerig, erfolgte mit dem «Klimsenhorn-Jodel» die Konzerteröffnung. Nach präsidialen Begrüssungsworten durch Stefan Thalmann intonierten die Lopperdorf-Jodler Bruno Häner’s «E Jodler», nahmen vor der Pause die anwesenden 600 Personen zur «Bärgwanderig» (Ueli Moor) mit und luden sie mit dem «Chilchli-Juiz»(Söpp Zihlmann) zur stillen Einkehr in einer vielleicht am Weg befindlichen Bergkapelle. Emsiges Treiben kam dann im Saal auf, denn Pause war angesagt, Tombolalose kamen in Umlauf und trieben die Kauflust an.
Im zweiten Teil warteten die Hergiswiler Jodler ausser Programm mit «D’Lüt im Dorf» auf und läuteten damit die Verabschiedung von Vorjodlerin Emmy Agner ein. In der Folge resümierte Stefan Thalmann ganz treffend die reichen Verdienste während 46 Jahren der bewährten Vorjodlerin. 44 Jahre lang war Ehrenpräsident Hans Wicki eine tragende Stütze, der krankheitsbedingt auf ein weiteres Mitwirken verzichten muss. Auch ihn entliess man mit gewählter Laudatio und Präsent aus sängerischer Verpflichtung. Mit dem «Rengg-Juiz», dem Paradestück der Hergiswiler Jodler, und lang anhaltendem Applaus ging dieser Akt der verdienten Würdigung zu Ehren der beiden zurückgetretenen und verdienstvollen Chormitglieder zu Ende. Den Konzertabschluss vollzog der Gastgeber mit «Bärgandacht» und dem «Schofeldjodel» und setzte mit dem «Hergiswiler-Juiz» als Zugabe noch einen drauf. Mä hed’s de scho gmerkt, diä Uiftritt hend Chraft g’choschtet, will mä gsanglich a s’Limit cho isch und wäg der langä Presänzzeyt d’Stimmbänder miäd worde sind.
Wenn vielleicht s’einti oder anderi Teendli nid, oder nunig, eso luperein derthär cho isch, mä hed Verständnis uifbrungä und wäg de Umstrukturiärigä, Grosszigigkeit la waltä. Ä ganz ä tolli und edli Gestä vom uberuis diszipliniärte Publikum, wo dä Muet zum konzertiärä und nid z’paisiärä mideme Grossuifmarsch honoriärt hed. Ganz es grosses Zeichä vo Verbundäheit wo Uiftrieb und Motivation gid, weyter uf dem Wäg z’bleybä.
Würdiger Vertreter usem Luzärner Hinderland
Bhabe an der Kantonsgrenze Luzern/Bern ist das Jodlerchörli «Daheim» aus Hüswil beheimatet, das seiner Reputation mehr als nur gerecht geworden ist. Das 23 Personen zählende Gesangsgremium wartete mit sattem Chorklang auf und gefiel mit seinen Liedvorträgen. Wenn «Chum lueg» vielleicht etwas verhalten erklang und durch eine träge Vortragsweise auffiel, so lag den weiteren Vorträgen wie «Jodlerfründe», «Meyetag», «Das cha nur Liebi sy», «Es glungnigs Manndli» und «Glaub a Dich» Lebhaftigkeit, Sangeslust, ausgeglichener Chorklang, Schalk und sehr gut erarbeitete Interpretation zu Grunde. Josef Dubach und seine Leuten haben eine überaus wohlklingende und gefreute Visitenkarte abgegeben, die dem Publikum gefiel.
Hohe und perfekte Jodlerkunst
Die Vertretung aus dem Bernisch Kantonalen Jodlerverband bestehend aus Stephan Haldemann, Christine Schlüchter und Jürg Wenger war eine echte Bereichung vom diesjährigen Hergiswiler Jodlerabig. Das Trio aus Signau brachte mit seinen Darbietungen viel Licht, Wärme, Harmonie, Zuversicht aber auch Freude in reichem Masse in den Loppersaal nach Hergiswil. Der jodelnde Pfarrer Stephan Haldemann mit seiner goldenen Stimme, die besonders bei seinen Solovorträgen zum Tragen kam, Christine Schlüchter, die im Duett mit Brillanz ihren Part leistete, sie konnten auf eine genial gute und sehr einfühlsame Schwyzerörgelibegleitung durch Jürg Wenger zählen. Wer sie hörte der weiss «Werum i tue singe», oder «I dr Stilli» «Stuune» cha; das Kunststück fertig bringt «s’Liecht i Dier » a z’zinde oder «s’Schwyzer’s Heiweh» bis zu jenem Moment verspüren lässt «Wenn die wilde Chirschböim blüje. Diä Drey sind ganz grosse Klasse, eifach super!!
Kapelle Wallimann - Gerig; Ländlerköniglich
Virtuos, konzertant, chugelrund, lüpfig, sehr spielfreudig und unterhaltsam sind Attribute, die auf Edy Wallimann, Clemens Gerig, Hermann Michel, Heidi Durrer und Wysel Schmidig zutreffen. Das reichhaltige Repertoire des Kapellmeisters und des Akkordeonisten enthält überaus anspruchsvolle Werke, die grosses musikalisches Können erfordern und von perfekter Intonation geprägt sind. Heidi, Edy und Clemi setzten sich als Blöckflötenspieler in Szene und erbrachten den besten Beweis als versierte und flinke Fingerakrobaten.
Sympathische Aline von Flüe
Die adrette 22-jährige Coiffeuse aus Stalden/OW nahm die Aufgabe wahr nach Texten von Urs Blättler als Programmbegleiterin zu agieren und hed das sehr giod gmacht.
Sie ist Besitzerin vo zwe Chatzä und zwe Papagäijä, scheute keine Mühe und schrieb die ganze Ansage in den Stalder-Dialekt um und gab die erhaltenen Informationen ganz gekonnt und gut verständlich an die Zuhörerschar weiter.
Weltmeisterlicher Party-Service Zibung
Mit dem Essen kommt der Appetit und bekanntlich isst man auch mit dem Auge. Komplimente zuhauf setzte es für den erneuten kulinarischen Höhenflug aus dem Hause Zibung ab. Wir schliessen uns diesen lobenden Worte gerne an und fügen ein ganz grosses Kompliment und herzliches DANKE SCHÖN bei!
Souveräne Festwirtin Susanne Tobler
Was diä Frai näb ihrem anspruchvolle Job als Lehreri fir eyses Konzärt und eysä Klub gleischtet hed, isch schlicht grossartig. Ruehig, sachlich, uberleid, sälbstsicher, professionell und sehr kompetänt hed sie das Amt agnuh und uisgfiährd. Dermit hed sie Wesentlichs zum guete Glinge vo dem Konzärtabig beytreid.
Liebi Susann, mier dankid Dier vo Härze fir Deys riesig Engagement, aber ai fir s’Tue und Schaffä zu Gunschtä vo eys Jodler. Dui bisch Gold wärt. Vergält’s Gott!
s’«Echo vom Pilatus» im Umbruch…
….isch feschtgestellt worde und vieli positivi Rückmäldige vo Leytä wo-n-is sitt Jahrä Treyj haltid hend das ganz spontan zum Uisdruck bracht. Sie sind vom Schritt und em Muet zu Neyjem sehr angetan und aghähm uberrascht. Mier fräijd eys a denä guet gsinntä Wort und derä uifmunternde, moralische Understitzig. Sie sind eys Ansporn, positiv firsi z’luege ganz nach der Sequänz usem Lied «Sängertreu» wo’s heisst:… und sind mer ai a Zahl nur chly, in Treu wird zämä ghalte. Mier hoffid’s fescht äs grati.
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