Echo vom Pilatus

Hergiswil am See

  

 

Andermatt war «tyyflisch guät», erfolgreich, gmiätlich, frehlich und scheen warm

Drey Täg eis Fäscht, das war das 64. Zentralschweizer Jodlerfest vom 17. bis 19. Juni in Andermatt. Rund 40’000 Besucherinnen und Besucher kamen und genossen diese einmalige Atmosphäre in der Bergwelt des Urserntales in vollen Zügen. Wer hätt das dänkt? Wunderbare Vorträge, ausgelassene Feststimmung, kein Verkehrschaos und keine nennenswerte Vorkommnisse. Mit der Weihe der neuen Verbandsfahne und einem farbenfrohen Umzug am Sonntag, endete ein in jeder Beziehung vorzüglich organisiertes Jodlerfest. Kompliment und Gratulation an das OK Andermatt.

Im Vorfeld gab es Kritiker, die lauthals hinausposaunten: Gahd’s nu? es Jodlerfäscht dett obä. Gegenfrage warum nicht? Wer an 1991 zurückdenkt weiss, dass Engelberg Gastgeberort war, wo’s gschneyd und ghudlet hed. Und wenn’s wättermässig nid gstimmt hed, scheen isch’s ai dett obä gsi.

Keine Spur von Corona
2700 Jodlerinnen und Jodler, Fahnenschwingerinnen und Fahnenschwinger, Alphornbläserinnen und Alphornbläser stellten sich der Beurteilung einer Fachjury. Dabei sorgten die Einzel- und Gruppenvorträge der Jodler in der ehrwürdigen Kirche St. Peter und Paul, der Aula vom Bodenschulhaus, in der MZH der Armasuisse und der Konzerthalle im Radisson Blu den Wettlokalen für viele Gänsehautmomente und grossen Applaus. Den Alphorn- und Büchelbläsern stand im Innenhof vom Hotel The Chedi ein grandioser Platz zur Verfügung und die Fahnenschwinger konnten in der Turnhalle vom Bodenschulhaus ihre Hochschwünge problemlos zeigen. «Das Fest ging hervorragend über die Bühne, der Verkehr machte keine Schwierigkeiten und das Wetter war schlicht traumhaft», lautet das Fazit von Fabian Niklaus, der zum ersten Mal als Präsident des ZSJV ein Zentralschweizerisches Jodlerfest erleben durfte. Die Vorträge in allen Sparten beurteilt er als sehr gut, die coronabedingte Zwangspause für die Vereine habe man überhaupt nicht gespürt.

Vorträge auf hohem Niveau
Bernadette Roos - Stadelmann und André von Moos als Gesamtobmann-Team Jodeln sprach bezüglich Wettvorträge von einem sehr hohen Niveau. Tatsache ist, dass bei 220 Jodelvorträgen 67 Prozent der Teilnehmenden die Note 1 und 25 Prozent die Note 2 erreichten. «Erfreulich auch», so Bernadette Roos - Stadelmann « ist die Zahl der Teilnehmenden». Lukas von Moos Obmann in der Sparte Alphorn- und Büchelblasen, gab bekannt, dass bei insgesamt 186 Vorträgen, 45 Prozent die Klasse 1 und bei 48 Prozent die Klasse 2 vergeben wurde. Auch die Bläservorträge waren von hohe Niveau geprägt. Bernhard Schuler geb bekannt, dass bei den Fahnenschwingern 105 Vorträge bestaunt werden konnten. Dabei erreichten 52 Prozent die Klasse 1 und 39 Prozent die Klasse 2.
Geändert hat sich die Art der Berichterstattung und damit die Arbeit des Jurymitgliedes. Es muss auf einem Blatt gleich nach dem Vortrag möglichst alles festgehalten werden, so dass die Jodlerinnen und Jodler bereits am Montag auf ihre Berichte per Internet zugreifen können. Damit entfällt das wochenlange Berichteschreiben, weil für das Jurymitglied die Arbeit am Sonntagabend erledigt ist. Was vielleicht als Erleichterung taxiert werden kann und nach Vereinfachung aussieht, ruft nach grosser zeitlicher Beanspruchung, die nicht zu unterschätzen ist. Es bleibt recht wenig Zeit, um sich für die Klasse und Punktzahl zu entscheiden. Danach müssen die wichtigsten Begründungen auf dem Blatt notiert werden, weil der nächste Vortrag ruft.

Chemid Jodler gänd iis d’Hand, mier zeigid yses Ürnerland
Nachdem 2001 in Altdorf letztmals ein ZSJV-Jodlerfest über die Bühne ging und die Hergiswiler Jodler mit ihrem Wettvortrag unter die «Moorbädler» gingen und in die 2. Klasse tauchten, trat man anlässlich einer Probe vor die Sängerschar und fragte: Gemmer oder gemmer nid? Es herrschten klare Verhältnisse: Mier gend! Anstelle eines Naturjodels kam Edi Gassers «Im Buechewald» zum Zug. Dieses Lied, das wir bereits am verschobenen Jubi-Konzert 2022 vortrugen, wurde nun in etlichen Proben, wo mängisch sehr asträngend gsi sind, konzertreif erarbeitet. Einmal mehr kamen da die musikalischen Fähigkeiten von Hans Setz zum Einsatz, wo man merken musste: der Hans der kann’s und er weiss was er wott. Ein erfolgreiches Vorgehen, wie es die nun erbrachte Leistung zeigte.

Das lange Warten
Eigentlich hättid mier am spetere Samschtig-Namittag wellä uifträttä, fir eysä Vorschlag hed me aber keis Gheer gha und so sind mier erscht am Abig am 20.14 a dr Reihjä gsi. Will diä meischtä am friächä Samschtigmorgä uf Andermatt gfahrä sind, Vorträg glost, eppis gässä und viel trunkä hend (kei Ovomaltinä mid Schuim!!) isch dä Tag wohl verbey gangä aber fascht ändlos mit Wartä wordä. Am viertel ab Siebni hed de diä «Operation Wettvortrag» im Isinglokal sey Afang gnu. Dä Ruim isch nid s’gälbi vom Ei gsi, s’hed grad juscht fir das wo-n-ä mier bruicht hend glänged. Äs letscht’s Mal sind d’Befähl we: «Chorusglych, mid Schwelltön schaffä, d’Ee nid usepläärä, Tön ussingä und d’Tee nid we Ratteschwänz chlöpfe lah» durecho, churz gseid: bringid das Züüg wemmers glehrd hend! De simmer alli a diä frischi Luft und hend dä Uiftriit bim Sakristey-Igang erwartet. Ändlich.. hed d’Schtund vo de Wahrheit gschlagä…s’Gleggli vom Jurypult hed gleytä und so hend mier im Altarruim Uifstellig bezogä, und nachem Achindä dur d’Asägeri dr Afangston durä Dirigänt entschlossä agsungä und nach seym Chopfnickä dä Buechäwald la erteenä. Nach rund 6 ä halb Minuitä isch dä ersehnti Uiftritt under tosendem Applais fertig gsi. Grossi Erliächterig isch iträttä und mä hed ändlich chennä duräschnuifä, de mier hend’s gschafft. We viel oder gued dä Gsang wärt gsi isch hemmer erscht am Sunntigmorgä am Elfi erfahrä. Schwarz uf weyss isch i dr Klassiärigsleyschtä underem eis es chleyses schwarzes Viereggli z’gseh gsi, was Klass 1 bedeyted. D’Arbet, d’Uifopferig, d’Geduld und alles das, was dä Erfolg bracht hed, isch lohnenswärt gsi, gid Zueversicht und macht Fräid.

S’isch eppis wunderscheens ä sones Jodlerfäscht
Das isch unbestrittä und mier hend’s eis zu eis derfä miterläbä. Mit vereintä Chreft und under Zuezug vo treyjä Projektsänger isch das Glanzresultat Z’Stand cho. Am Zeyschtig 21. Juni hemmer diä Klass eis zämä mid de Chrampfer vom Jubi-Konzärt uisgiebig gfeyred. Mier zehrid vo derä Fäschtfräid, nähmid sie i Jodleralltag mit, will d’Fräid wo frehlich stimmt, nid wär, de wäri s’Läbä öd und läär.