Rorate caeli - ä Gottesdiänscht bi Cherzäliächt
Är isch ussergwehnlich gsi dr hittig Freytig, 10. Dezämber 2021. Trotz Maskä- und Zertifikatspflicht isch är mystisch, sehr feyrlich und ganz idricklich gsi. Aber ai ä chley anders. Doch alles scheen der Reijä nachä.
Man weiss es längst, dass Jodler für die Pflege ihres Hobby’s nicht unbedingt Frühaufsteher sind. Sie haben es wie andere Leute, ai sie chehrid sich nu einisch wenn’s dussä cheydig feyschtri Nacht isch. Hit aber hed der Wecker bim eintä oder andere scho ziemli friäh tschädered, will am halbi Sächsi (05.30h) Isingä agseid gsi isch. Diä Fraijä und Mannä sind de rächtzeytig parat gsi, hend das Prozedere ganz uifmerksam mitgmacht, sind zigig em Chiläportal zuegluffä, dettä wägä Kontrolle es bitzli bhangä bliebä und drum ganz minim z’spat z’Chilä cho. S’Ministerium und s’Chilävolch hend eys diä Warterey verzogä und dä Morgegruess i Form vom «Bärgler», imene Natuirjuiz, uf sich la iwirkä. Näbere gherfelligä Melodie, chemid tiäfsinnigi Wort im Liäd «Wiähnachtsgloggä» vor, das als zweitä Vortrag z’gherä gsi isch. Im Textteil mid 4 Strophä heisst’s i der erschtä: D’Wält isch miäd vom vielä streytä, miäd vo all’ dem bitträ Leid, doch wenn d’Wiähnachtsgloggä leytid, gspiersch dui Friedä gspiersch dui Fräid. I dr 3. Strophä isch vom Wohlbehagä, wenn diä Gloggä leytid, d’Reed und i dr 4. Strophä heisst’s ganz idringlich: miädi Wält stand uif...sing mit. Miär hend das gmacht und hoffid ganz fescht, dass eysä Gsang wo als Mahnruef himmelwärts verklungä-n-isch, eysi Wält erfillä megi, dass Chriäg, Not, Eländ, Corona und all diä leidigä Vorkommnis wo eys Sorgä machid, es friedlichs Ändi nähmid.
Hiähnderhuit hed dr «Bätruef-Juiz» uisglest. Einisch mee isch dä so erhaben derthär cho, dass es eim sälber tschudered hed. Diä Melodiäfolg, dass prägnanti Solo, dä versetzti Isatz vo de Jodelstimmä und der liäblich Uisklang vo dem Alpsägä, hend d’Hergiswiler Pfarrchilä erfillt und ai das Mal zuenere Oase vo der Rueh gmacht.
Der «Lopper-Juiz» isch zur Kommunion darbote worde und als Schlussliäd isch «Mit dym Sägä» ufem Programm gstandä. Mid der Zuegab «Es treicheled heizue» isch diä Mässfeyr nachere guete Stund z’Änd gangä. Ai wenn nur 50 Personä Zuetritt gah hend, sie hend’s gschetzt derfä derbiä gsi z’sey und hend dä Gsang mid warmem Applais quittiärd.
Dä Chilägang isch fir d’Jodler eigentlich ä «normali» Jodlermäss gsi und gleych nid eppis Alltäglichs. Wemä aber diä zfriednä Gsichter na Chiles gseh und diä anerkennendä Kommentär z’gherä ubercho hed, de isch dä Uiftritt einä fir s’Härz, d’Seel, Geischt und Kerper gsi, wo eyses Dasey ai mid Liächt, Wermi, Zueversicht und Vor-Wiähnachtsfräid erfillt. Rorate erläbä isch ä gueti Sach.